Rudern und Gesundheit
21.11.2011

Sportler und Infekte – wie kann man vorbeugen?

Bericht Dr. Ruth Kittler
   
 
 

Wer kennt es nicht, kaum beginnt die kalte Jahreszeit, schon kratzt der Hals und die Nase läuft; und das, obwohl man sich doch eigentlich gesund ernährt und zudem Sport treibt....

So soll es auch bleiben – aber intensiver Sport reduziert einige Abwehrmechanismen des Imunsystemes unmittelbar im Anschluss an eine Trainingseinheit. Dieser Effekt hält ca. zwei Stunden an und wird populärwissenschaftlich ´open-window´ Phänomen genannt.

Egal wie es heißt, was kann man dagegen tun?

Zunächst einmal, sollte der Sportler die verschwitzte Kleidung wechseln, duschen und trotz erhöhter Körpertemperatur und vermehrter Schweißproduktion warme Kleidung – auch Mütze und Schal tragen, sobald er/sie die Sportstätte verlässt. Nur so lässt sich ein Verlust vor Körperwärme und Energie verhindern und den Viren, welche überall um uns herum sind, Paroli bieten.

Einen weiteren interessanten Ansatz habe ich vor einiger Zeit in einer med. Fachzeitschrift gefunden:

Die Überschrift des Artikel lautete: Alkoholfreies Weizen beugt nach dem Sport Infekten vor

Klingt interessant nicht...? Was verbarg sich hinter diesem Artikel?

Eine Münchner Forschungsgruppe hat sich mit dem oben geschilderten Phänomen beschäftigt und eine Gruppe Sportler betreut, welche sich auf einen Marathonlauf vorbereiteten. Die Studienteilnehmer, allesamt Männer, wurde in eine Weizenbier – und in eine Placebogruppe geteilt. Die Teilnehmer erhielten über insgesamt fünf Wochen bis zu 1,5 l alkoholfreies Weizenbier im Anschluss an das Training. Das alkoholfreie Bier der Weizenbiergruppe enthielt Polyphenole, das der Placebogruppe nicht. Polyphenole sind bioaktive Substanzen- sekundäre Pflanzenstoffe, denen als Antioxidantien besondere gesundheitsunterstützende Eigenschaften zugeschrieben werden. Das Trainingspensum beider Trainingsgruppen war gleich.

Das Ergebnis dieser, zugeben sehr kurzen Studie war verblüffend: die Teilnehmer der Weizenbiergruppe waren widerstandsfähiger, wiesen weniger grippale Infekte auf und gesundeten im Erkrankungsfall schneller als diejenigen aus der Placebogruppe. Interessierte können unter www.bemagic-studie.de Näheres nachlesen.

Neben Polyphenolen enthält alkoholfreies Weizenbier ca. 150 kcal/500 ml, Kalium, Magnesium, Folsäure und, wie verschieden Obstsäfte auch, ca. 0,4 % Alkohol. Allerdings sollte man gelegentlich eine Brezel/Laugengebäck zum alkoholfreien Weizenbier genießen, da der Gehalt von Natrium im alkoholfreien Bier etwas niedrig ist.

Wie dem auch sei, dieser Präventionsansatz erscheint mir wenig aufwendig und zudem - je nach Geschmack durchaus akzeptabel.

 

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