| Traingslager des Hessischen Ruderverbandes 2010 | |
Trainingslager Südfrankreich 2010 |
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- LE GRAU DU ROI - |
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Martin Wetzig |
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Das Trainingslager 2010 in Le Grau du Roi beginnt offiziell am 26.03.2010. Allerdings finden schon lange vorher die ersten Vorbereitungen statt. So sind langfristige Klärungen mit dem Hessischen Ruderverband über Anreise, finanzielle Zuschüsse, Teilnahmegebühren und Teilnehmeranzahl zu tätigen. Die Leitung des Trainingslagers übernimmt in diesem Jahr wieder Hans-Werner Bruchmeier, der nun die komplexe Aufgabe hat, die circa 60 Teilnehmer aus den hessischen Rudervereinen aus Weilburg, Frankfurt, Gießen, Darmstadt und Marburg zu koordinieren. Auch die Teilnehmer haben schon vorher alle Hände voll zu tun. Neben dem täglichen Training und der Schule, müssen die Boote vorbereitet, verpackt und verladen werden. So wurden dieses Jahr zum ersten mal drei Bootstransporter zur Beförderung der Boote benötigt. Abfahrt war dann endlich am 25.03.'10 gegen 22 Uhr. Der Reisebus beginnt seine 1100 Kilometer lange Reise mit den Weilburger, Gießener und Marburger Ruderinnen und Ruderern. Zwischenstationen sind in Frankfurt und Darmstadt. 13 Stunden später, um 11 Uhr, kam der Bus in dem kleinen idyllischen Fischerdorf an der Mittelmeerküste an. Nachdem die Zimmer der Apartmentwohnungen verteilt und eingerichtet waren, wurden die Boote aufgeriggert und es fand die erste Trainingseinheit statt. Zum Eingewöhnen in die bevorstehenden zwei Wochen harten Rudertrainings, wurde an diesem Mittag die kleinere der beiden Runden mit 16 Kilometern Länge gerudert. Obwohl an diesem Tag strahlend blauer Himmel und Sonnenschein mit gefühlten 18°C herrschten, fanden die Ruderer nicht unbedingt optimale Bedingungen vor. In den Brackwasserkanälen stand der Wind, sodass sich auf den bis zu 4 Kilometer langen, schnurgeraden Kanalabschnitten extrem hohe Wellen bildeten. Nach dem Training fand dann der erste große Einkauf der Zimmer statt. Da sich die Athleten selbst verpflegen müssen, war auch entsprechend die Menge an Nahrungsmitteln ungewöhnlich groß. Viele Athleten, die viel trainieren, haben auch VIEL Hunger! Nach der langen Fahrt und der ersten Trainingseinheit war auch der Abend sehr kurz. Der nächste Tag beginnt mit beruhigterem Wetter. Der Wind hat nachgelassen. Also wurde am Vormittag erneut die 16 Kilometer lange Runde gerudert. Nachdem der Versuch, am frühen Nachmittag die zweite Einheit zu absolvieren, wegen zu starkem Wellengang und starken Windes, scheiterte und einige Ruderer stattdessen ein Lauftraining oder Kräftigungsgymnastik vorzogen, wurde das Warten der Weilburger belohnt, die am Abend optimales Ruderwetter vorfanden. Auch die Tatsache, dass die Hälfte des Trainings im Dunkel gerudert wurde, war eine interessante Erfahrung. Auch der dritte Tag war ähnlich aufgebaut. Es wurden bei strahlendem Sonnenschein zwei Trainingseinheiten im Ausdauerbereich gefahren. Einige der Ruderer nutzten den Tag für eine längere Laufeinheit, um ihre Hände zu schonen, die bei allen schon die ersten Blasen und Schwielen aufwiesen. Aber auch die ungewollte Badeeinlage eines Ruderers am Steg war Motivation für einen längeren Lauf. Zu allem Übel versagte dann auch noch das Trainermotorboot im 5 Kilometer entfernten Hafen von Aigues-Mortes, woraufhin dieses samt Trainer von einem anderen Trainermotorboot abgeschleppt werden musste. Abgeschlossen wurde der anstrengende Trainingstag mit einem gemeinsamen Essen der Weilburger Ruderer in einem der Appartements. Am Montag wurde dann die erste Belastung gefahren. 3 x 1000 Meter stand auf dem Programm. Dabei sollte die Schlagfrequenz nur in einem reduzierten Maße eingesetzt werden, sodass der größte Schwerpunkt dieser Belastung im Krafteinsatz unter Beachtung der Technik lag. Den freien Nachmittag nutzten dann einige Ruderer um in die nahe gelegenen Ortschaften Aigues-Mortes, Montpellier zu fahren, oder Le Grau du Roi und dessen Strand besser kennen zu lernen. Prompt wurden nach dem vierten Trainingstag die ersten Krankheitsfälle verzeichnet. Eine unschöne Sache in einem Trainingslager. Zusätzlich zu den Kranken kam auch noch schlechtes Wetter hinzu. Starker Wind und Regen machten das Training eher unangenehm. Entsprechend wurde zum größten Teil an diesem Tag fast ausschließlich in Mannschaftsbooten trainiert. Nur wenige konnten im Einer aufs Wasser gehen und effektiv trainieren. Ergänzt wurde das Wassertraining von einigen Ruderern durch ein Lauftraining am Strand und entlang der vielen Kanäle. Der folgende Tag konnte wieder erfolgreicher genutzt werden. Das Wetter war besser als je zuvor in diesem Trainingslager, sodass eine weitere Belastung gefahren wurde und andere den Tag für eine Fahrt über die große Runde nutzten, um zum einen dem Alltagstrott zu entfliehen, aber auch, um noch besser an den Ausdauergrundlagen zu arbeiten. Die zweite Hälfte des Tages war dann wiederum von starkem Wind und Wellen geprägt, was einigen Ruderern doch stark zu schaffen macht. Aber nach längere, schönreden des Wetters, konnte man die positiven Aspekte des Trainings sehen: Man lernt mit den weniger guten Bedingungen umzugehen, die auf der Lahn fast nie gegeben sind. "WELLEN SIND GEIL!" Der erste April wird wohl als schlechtester Aprilscherz in die Geschichte des Trainingslagers in Südfrankreich eingehen. In der Nacht zum 1. April erkrankten 7 Ruderer, also ein ganzes Zimmer, auf einen Schlag an einem Magen-Darmwegsinfekt. Entsprechend wurde an diesem Tag nicht sehr viel trainiert. Ausschließlich die Mädchen des Weilburger Rudervereins waren noch in der Lage zu trainieren. Entsprechend mager sah auch die Präsenz am Bootshaus aus. Allerdings konnte am darauf folgenden Tag von den meisten Erkrankten das Training wieder aufgenommen werden und es wurde eine kleinere Regenrationsrunde gerudert. Während der Abendeinheit wurde dann eine Videoanalyse durchgeführt, die den Ruderern ihr Bewegungen verbildlichen soll. Diese Trainingsfahrt beschränkte sich allerdings größtenteils auf die Videoaufnahmen, sodass keine großen Distanzen zurückgelegt wurden. Tag Neun war wieder ein Belastungstag. Zweimal 2000 Meter mussten die Ruderer mit begrenzter Schlagzahl zurücklegen. Die geruderten Zeiten wurden sorgfältig dokumentiert, um einen Vergleich zwischen den Booten zu ermöglichen, aber auch die Leistungsfähigkeit in Relation zu feststehende Werten zu ermitteln. Zu berücksichtigen war hierbei allerdings, dass sich die Wettkampfbedingungen auf der Vidourle während den Durchgängen verschlechterten. So wechselte die Strömungsrichtung und es kam Gegenwind auf, der die Zeiten der Ruderer im Schnitt um circa 15 Sekunden verlangsamte, obwohl in höheren Schlagzahlbereichen gefahren wurde. Am Nachmittag wurden die Videoaufnahmen vom Vortag besprochen und Fehler, aber auch vorbildliche Bewegungsabläufe diskutiert. Am zehnten Tag waren wieder alle Weilburger Ruderer auf dem Wasser. Bei wunderschönem Wetter mit wenig Wind konnte man die erste Einheit erfolgreich rudern. In der zweiten Einheit wurden Großbootprojekte gestartet. Der starke Seitenwind machte es den Ruderern allerdings nicht einfach, die möglichen Bootsbesetzungen für die kommende Saison optimal zu testen. Der Abend stand dann unter dem Motto "Resteverwertung". Die gekauften Nahrungsmittel wurden zum allergrößten Teil mit jeder Menge Spaß zu Gerichten verarbeitet und gemeinsam verzehrt, sodass kaum etwas weggeschmissen werden musste. Der vorletzte Tag stand unter zwei Flaggen. Zum einen wurde am Vormittag noch fleißig in den Booten trainiert. Am Nachmittag stand dann bereits die Abschlussbelastung auf dem Programm. Eine möglichst realitätsnahe Rennsituation wurde auf einem der Kanäle hergestellt, sodass schon ein wenig Regattastimmung aufkam. Gerudert wurden dann je nach Altersklasse entweder 1500 oder 2000 Meter, wo die Entscheidung über Sieg oder Niederlage bei teilweise weniger als einer Sekunde lag. Danach wurden bereits die ersten Boote verpackt und verladen und begonnen, die Zimmer in der Unterkunft zu reinigen. Am Abend traf sich die ganze Gruppe, um gemeinsam in einem Restaurant zu Essen. Am Abreisetag wurden dann frühmorgens die Zimmer fertig gereinigt, die Koffer gepackt und in den Bus verfrachtet. Anschließend fand noch eine letzte Einheit in den Kanälen statt. Als die Boote verladen waren und sich jeder noch Fahrtproviant besorgt hat, ging es kurz vor 18 Uhr auf die Heimreise. Addiert man die Kilometer der Weilburger Ruderer zusammen, so kommt man auf eine Trainingsleistung von zusammen über 2000 Ruderkilometer in bis zu 19 Einheiten in 12 Tagen. Keine schlechte Leistung, wenn man bedenkt, das der Großteil mehr als zwei Tage wegen Krankheit ausgefallen ist. |
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